Kaschgar, Bulang Kul- und  Karakulsee

Kaschgar 22. - 26.8.2014
Auf 1.200 bis 1.500 m Höhe fahren wir in 3 Tagen bis nach Kaschgar, mit beeindruckender Kulisse: im Norden die Sandwüste, im Süden Blick auf zwei 7-Tausender der Himalaya Bergkette. Unterwegs sehr viele Polizeikontrollen und auch an unseren Stellplätzen - verordnet in Hotelnähe - gibt es Polizisten zu unserer Bewachung und Sicherheit.
Die Oasenstadt Kaschgar - allein schon der Name atmet die alte Seidenstraße! Bereits in der späten Bronzezeit war die Oase von Kaschgar besiedelt. In dem ersten nachchristlichen Jahrhundert war Kaschgar Zentrum eines mächtigen Reiches, das große Teile des westlichen Tarim-Beckens sowie wohl auch Gebiete westlich des Pamir-Gebirges beherrschte. Heute gilt sie gilt immer noch als „geheime Hauptstadt“ der Uiguren.
Wir besuchen den urigen Sonntags-Tiermarkt, erkunden, was noch von der Altstadt von Kaschgar übriggeblieben ist (die chinesischen Behörden große Teile der Altstadt abreißen). Am Abend feiern wir den 100sten Tag unterwegs und nehmen Abschied von China und unseren Dauerbegleitern Yongzhi und Laura. Am letzten Tag in Kaschgar machen wir uns mit einem Teil der Gruppe in einem Reisebus auf den Weg ins Himalaya-Gebirge, erreichen nach 5 Stunden den Bulang Kul See - wunderschön, fast mystisch mit den bis ins türkisfarbene Wasser reichenden Sandbergen. Nach insgesamt mehr als 100 km Baustelle erreichen wir unser Ziel: den auf 3.000 m gelegenen Karakulsee mit Blick auf zwei 7-Tausender. Und wir haben erst Riesenglück: das Wetter spielt mit, die Berge sind frei - traumhafte Aussicht.
Hatten wir nicht „Abenteuer Osten“ gebucht? Auf dem Rückweg nach Kaschgar wurde es Wirklichkeit! Sechs Stunden Stau bis Mitternacht an einer Sprengstelle mitten in den Bergen. Es sieht schon so aus, als müssten wir im Bus übernachten mit dem Wissen, dass wir alle am nächsten Tag China definitiv verlassen müssen. Doch dann - fast wie ein Wunder - schaufelt ein Bagger eine Fahrspur frei und wir können rechtzeitig am nächsten Morgen Richtung Grenze nach Kirgistan aufbrechen!
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The road to Kaschgar on the south side of the Taklamakan is as impressive as crossing the desert. On the left side the Northern slope of the Himalaya with snow capped mountains in the 7500m range and on the right side the sand dunes of the Taklamakan. We had to pass dozens of police check points due to some unrest in the region, but they have been always friendly to us as tourists. Finally we reach Kaschgar the secret capital of Uiguria, the city is more than 2000 years old and has seen many kingdoms rising and disappearing in the desert. The touristic highlights are the animals market on Sunday, a life show how camels, sheep and horses are traded since centuries; the old town or what is left over by the Chinese city designers. On our last day in China we hired a bus to bring us to Bulang Kul Lake, famous for his beautiful mountain scenery, these northern Himalayan range has altitudes between 7500 -7800 m. The distance is only 200km, but due to 110km construction it took us 5 hours uphill and 10 hours downhill. Thanks to a roadside explosion to clear a steep hill, we experienced our first Chinese traffic chaos. Chinese cars, typically undisciplined blocked both sides of the road for miles, and a truck got stuck in the middle of a narrow passageway. I expected to spend the night in the bus, but like a miracle a caterpillar cleared the road after 4 hours and it took another 2 hours to clear the traffic chaos. But finally we reached the hotel at 2 am which allowed us to start for Kirgistan the next morning as scheduled.
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Taklamakan 20. - 22.8.2014
Wir haben schon kaum mehr geglaubt, dass wir- bedingt durch die Unruhen in Uigurien - die Erlaubnis bekommen, die wohl spektakulärste Sandwüste der Welt, die Taklamakan, zu durchqueren. Aber: es klappt - hurrah!
Die Taklamakan-Wüste ist nach der Rub al-Chali die zweitgrößte Sandwüste der Erde. Nachdem in der Mitte der Wüste große Erdöl- und Gasvorkommen entdeckt wurden, baute China 1995 die Tarim-Fernstraße, welche die Wüste auf 560 km vollständig von Nord nach Süd durchquert. Diese Straße ist damit die längste asphaltierte Wüstenstraße der Welt. Aufgrund des aufwendigen Baus und der umfangreichen Instandhaltung (Sanddünenbefestigung, durchgehende Bewässerung des Grünstreifens am Straßenrand mit Pumpenhäusern alle 5 km, ständige Straßenreinigung) ist sie wohl auch die teuerste Straße der Welt. Wir fahren in 2 Tagen die komplette Strecke, übernachten mitten in der Wüste und genießen grenzenloses Wüstengefühl! Und wir erinnern uns: 1895 machte sich der Entdecker Sven Hedin auf seine Reise zur Durchquerung der Wüste und kam er wegen Wassermangels nur knapp mit dem Leben davon. Die dramatische Reise wurde zu einem bis heute anhaltenden Mythos.
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Thanks to the good connections of our Chinese agency we finally got the permission to cross teh Taklamakan desert in the middle. It is the 2.largest sand dune desert after
Rub al-Chali. Thanks to rich oil and gas resources the Chinese have built the longest paved desert road on earth. The roadside is watered by pump houses every 5 km to grow a green belt on both sides of the road to protect the road against the moving sand; the maintenance is probably the most expensive one we have ever seen. We cross the desert in a 2 days drive.
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Luntai 19.-20.8.2014
Aus 480 km Fahrstrecke werden 580 km. Unser geplanter Stellplatz in freier Natur wird von der lokalen Verwaltung nicht genehmigt und wird müssen weiter bis nach Luntai, stehen dort hinter einem Hotel auf einem bewachten Parkplatz.
Unsere heutige Strecke führt über einen imposanten Bergpass Richtung Westen, es wird wieder heiß und gibt starke Seitenwinde. So „verflüchtigt“ sich heute schon das zweite, geschlossene (!) Dachluken Fenster, einfach so, ins Nirwana …. Vor uns liegen 5 Fahretappen durch das Tarim Becken - einschließlich der Taklamakanwüste - bis wir schließlich in Kaschgar, unserem letzten Etappenziel in China, ankommen werden.
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Due to some unrest in the province we had to extend our route from 480 to 580 km. the local authorities insisted to drive to Luntai to a safe hotel parking lot.
Thanks to a typical desert storm we lost our toilette window. it just flew off and we did not even notice it. Ahead of us lies the Taklamakan desert till we finally reach our last town in China - Kahgar!
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Turfan und Ruinenstadt von Jiaohe

Turfan 17.-19.8.2014
Wieder eine lange Tagesstrecke - insgesamt 400 km. Nördlich unserer Strecke verlaufen die östlichen Ausläufer des Tien Shan-Gebirges mit seinen schneebedeckten Bergen, die das wertvolle Nass in unterirdischen Kanälen nach der uigurischen Handelsstadt Turfan und Umgebung bringen. In der Turfansenke
erreichen wir kurz vor Turfan mit -52 m den tiefsten Punkt unserer Reise. Die Senke und auch das gesamte Tarimbecken bergen fossile Energieträger (z. B. Erdöl), die verstärkt in den letzten Jahren erschlossen werden.
Die einstige Oasenstadt Turfan ist in historischer und aktueller Hinsicht sehr interessant! Unser neuer zusätzlicher uigurischer Tourguide Antony erklärt uns, Turfan sei die heißeste, trockenste, am tiefsten gelegene, süßeste Stadt Chinas. Süßeste? JA - hier gibt es unendlich viele süße Melonen und Trauben zu kaufen - Weinberge allüberall und in merkwürdigen, durchgängig mit Luftschlitzen versehenen Gebäuden werden Rosinen getrocknet.
Wir besuchen die
Ruinenstadt von Jiaohe,
von 108 v. Chr. bis 450 die Hauptstadt des früheren Reiches Cheshi. Alle Gebäude wurden aus Lehm gebaut und haben dank des trockenen Wetters mehr als 2.000 Jahre überlebt. Früh am Morgen erleben wir hier eine fast mystische Stimmung. Ein weiteres faszinierendes Erlebnis: wir lernen das unterirdische Bewässerungssystem - Karez - der Stadt kennen. Unterirdische Wasserkanäle wurden über mehrere Generationen von Arbeitern von den Tien Shan Bergen - 5.000 hoch - bis in die Turfansenke gegraben. Die Kanäle sind mittlerweile Weltkulturerbe und mit einer Gesamtlänge von 5.000 km länger als die chinesische Mauer.
Danach stürzen wir uns ins bunte Basarleben - sehr arabisch!! Turfan versprüht den Geist der Seidenstraße, hier wird noch heute so gehandelt wie in ganz alten Zeiten.

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Another 400 km desert highway between the snow-scaped Tien-Shan Mountains and the great depression of the Tarim basin. The basin is the second lowest point on earth (-152m), but the highway G30 just goes down to -52m, which is the lowest point we will drive on this journey. Turfan an oil-rich area is also famous for one of the oldest towns in central Asia; Jiao-He app. 2000 years old, built only with clay, but thanks to the dry weather it survived all the centuries. Karez is another highlight - these are the famous underground water channels which generations of workers dugged from the Tien-Shan Mountains down into the basin. The channels in the meantime are a world heritage site with a length of 5000 km in total and longer than the Chinese wall. The basar is already very Arabic, we do not feel being in China any longer.
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Hami 16.-17.8.2014
Ein einmaliger Geburtstag! Morgens gratulieren mir schon alle Mitreisenden und die Tourguides - insgesamt 29 - zum Geburtstag. Dann fahren wir insgesamt 420 km von Dunhuang nach
Hami, einer Oase im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang, in ganz China vor allem für seine Melonen bekannt. Die Uiguren, ein hauptsächlich islamisch geprägter Kulturkreis türkischer Herkunft, haben eine eigene Sprache und verwenden oft eine eigene Zeit, 2 Std. vor Peking.
2.500 km Strecke in China liegen noch vor uns, alle in Uigurien, das als größte Provinz Chinas auf mehr als 5.000
km² 23 Mio. Einwohner hat und an 8 Länder angrenzt.

In Uigurien durchreisen wir eine ständig durch Unruhen geschüttelte und im afganisch-pakistanischen Grenzgebiet liegende Provinz mit insgesamt 47 ethnischen Gruppen. Wir werden eingehend aufgefordert, den Anweisungen der offiziellen Stellen unbedingt Folge zu leisten und keinesfalls von der vorgeschriebenen Route abzuweichen. Die Militärpräsenz erleben wir hautnah auf der Autobahn: 40 (!) km Militärkonvoi in unserer Richtung. Sepp meint: da wird ein ganzes Bataillon verlegt.
Dennoch: mein Geburtstag verläuft friedlich und entspannt! Als “Troughtimer“ hatte ich schon bei der Planung der Reise recherchiert, wo genau wir an meinem Geburtstag sein werden - viele Wochen China liegen schon hinter uns. Da dachte ich mir: pack einfach viele Hausmacher Wurstdosen ein, Löwenbräu für die Jungs und Prosecco für die Mädels. Gedacht, gemacht. Dann habe ich noch frisches Vollkornbrot gebacken, viele Dosenbrote dazu gereicht, Gurken, Senf … und alle waren überglücklich und haben alles ratzeputz aufgegessen. Mein Geburtstagsfeierplatz: ein freier Platz mit Blick auf das umliegende Gebirge mit Ruhe und sauberer Luft und Sternenhimmel in der Nähe eines gut erhaltenen Wachturms aus der Mingdynastie, mitten in  China bei Hami in der Wüste, bei abends 26°C und sehr warmem Wüstenwind. Ein einmaliges Erlebnis bei bester Stimmung!
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What a birthday for Gerhild!!!
But before we could reach a beautiful spot in the desert, we had to drive to Hami in the province of Uiguria or Xinjiang. The province as a Muslim region makes recently some trouble. On the highway we had to pass a full battalion of army trucks which took us app. 25 miles. But Gerhild’s birthday was peaceful and relaxed. She baked good German bread the night before, in combination with Löwenbräu beer and Italian Champaign we had a beautiful night under a five million star sky.
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