Unterwegs in Turkmenistan

Wüstenstadt Aschgabat 21.-24.9.2014
Aschgabat: die verrückte Hauptstadt „Absurdistans“, ein „Dubai im Taschenformat“!
Mitten in der Wüste tauchen plötzlich 6-spurige Autobahnen auf, am Horizont weiße Marmorgebäude, an den Kreuzungen vergoldete Ampeln und kaum Menschen auf der Straße. Jedes der neuen Gebäude „trägt“ außen Marmor mit weiteren Verzierungen aus Gold. Die pompösen Brunnenanlagen mit heroischen Goldfiguren verschlagen uns die Sprache. Der Personenkult um Turkmenbashi ist weltweit sicher einmalig. Und dann sind die Parks auch noch menschenleer. Keiner ist unterwegs außer uns und einigen Parkarbeitern. Uniformierte stehen mit steinernen Mienen vor den prunkvollsten Monumenten und im Zentrum der Stadt steht ein riesiges mit Blattgold belegtes Abbild von Turkmenbashi. So etwas haben wir noch nie gesehen. Es ist wie ein Spaziergang auf einem anderen Planeten. Übrigens: von der Grenze bis nach Aschgabat begleitet uns ein staatliches Fernsehteam und unsere Reise durch Turkmenistan wird kurz im Fernsehen gezeigt.
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The crazy capital of „Absurdistan“!
When coming from the Northern desert, the first you see is a big smog cloud, followed by 6 lane highways, golden traffic lights and marble buildings, but almost no people on the streets. We had to drive in convoy to our hotel always watched by security. The city tour on the following day is something you will not find in any other place in the world. The first stop is called the biggest mosque in Central Asia, but in reality is a empty mausoleum for the clan of Turkmenbashy, the first president of Turkmenistan. Built for 20000 Muslims but we did not see anybody praying. The highway back into town is another 6 lane highway along marble ministry buildings, just the façades must have cost several 100 Mio $. The biggest monuments in town are golden statues mostly of Turkmenbashy surrounded by water fountains and green parks. It is bigger than Las Vegas but 10 times more boring.
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„Tor zur Hölle“ 20.-21.9.2014
Jetzt sind wir schon 24.000 km unterwegs und jeder Tag ist ein neues - kleines oder auch großes - Abenteuer. Heute großes Abenteuer: wir durchqueren die Karakumwüste, fahren auf der Nord-Süd-Haupttrasse. Die Straße ist auf der Landkarte wie ein Strich, praktisch aber alles andere als glatt und gerade. Für die ersten 80 der heutigen 240 km brauchen wir geschlagene 4 Stunden. Wir eiern auf der bisher schlimmsten Strecke unserer Reise über einen Flickteppich aus Asphalt, Schlaglöchern und Verwerfungen. Es will schon was heißen, wenn Sepp im Schnitt freiwillig 20 km/Std. fährt. Am Ziel angekommen, will Sepp unbedingt noch - wozu haben wir Allrad? - mit dem eigenen Auto zum 7 km entfernten brennenden Gaskrater fahren. Und dann bleiben wir - zum ersten Mal auf unserer Reise - im tiefen Wüstensand stecken. Ein Wassertankwagen rettet uns, was immerhin eine Stunde braucht und die Kupplung unseres WoMos stinkt noch 2 Tage lang heftig. Danach sind wir „geheilt“, steigen in einen alten russischen Kleinbus und lassen uns mit den anderen zum Gaskrater fahren, der durch eine Explosion bei Gasförderversuchen sowjetischer Ingenieure entstand. Später hat man das weiterhin entweichende Methangas angesteckt und nun lodern die Gasfeuer inmitten der Karakumwüste seit mehr als 30 Jahren. Am Abend ein wirklich sensationeller Anblick: Tausende kleine und große Feuer lodern am Rand und auf dem Boden. Heiße Windwirbel verscheuchen die kalte Nachtluft der Wüste. Gut vorstellbar: so muss das Tor zur Hölle aussehen!
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Gateway to Hell
To get there is a challenge on its own.
On the map it looks like one of the major roads in Turkmenistan, but it is the worst highway we drove on the whole journey. It took us 4 hours for 80 km. Potholes, partly a non-existing pavement, real holes in the bridge even make Papa Joe to drive only 20km/h. Just before dawn we reach our desert place for the night. And not enough: Papa Joe decides to drive the 5 miles of sandy road to the gateway of hell. But almost on top of the sand dune our 4x4 Mercedes gives up… stuck in the sand. Fortunately a Russian 6 wheel truck on his way to an oil camp saved us and pulls us out. Later we take a Russian truck to drive the final 5 miles to the crater. It is already dark and we can see the miracle already from far away. In the middle of the Karakum desert there is a hole in the ground where gas evaporates from the earth, due to some digging experiments from the Russians more than 30 years ago. A farmer decided to set fire, because the methane gas killed animals regularly, and since then the crater is burning day and night. A place out of this world - standing next to the fire crater under the stars with nothing around but desert.
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Köneurgench 19.-20.9.2014
Im „lockeren Konvoi“ fahren wir 100 km bis nach Köneurgench, einem heiligen Ort für die Moslems. Dort stehen wir direkt am Mausoleum und machen mit Khan einen Spaziergang entlang der Kulturdenkmäler „AltesReich“ Köneurgench.
Köneurgench wurde im 19. Jahrhundert bei den 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Ruinen der alten choresmischen Hauptstadt Gurgandsch errichtet, mit einzigartigen Zeugnissen Choresms hochentwickelter islamischer Kultur und überregional einflussreicher Architekturtradition. Die Kulturstätte ist im Gegensatz zu den usbekischen noch unberührt und restaurationsbedürftig. Köneurgench beeindruckt uns - trotz zerfallener Gebäude und völlig fehlender touristischer Infrastruktur, oder vielleicht auch gerade deswegen. Unser turkmenischer Guide erklärt uns, dass Köneurgench für die einheimischen Moslems ein zweites Mekka ist und dass jeder 1 x im Jahr hierherkommen soll, um von allen Sünden des Jahres befreit zu werden.
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Driving in a convoy is more convenient than expected, we could stop every time when needed and nobody bothers us, in contrary; obviously all policemen along the road are informed about our coming and wave friendly. After 60 miles of bumpy road we arrived at our first touristic spot:
Köneurgench, the former capital of the choresmic empire and another UNESCO world heritage site; the Mausoleum of Nadjmeddin Kubra is the second holy place after Mecca for the local Muslims. Walking counter-clockwise around the Mausoleum and all your sins are forgiven.
Now we are ready for Iran …
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Überschrift

Grenzübergang Usbekistan - Turkmenistan 18.-19.9.2014
Nach einem für hiesige Verhältnisse „schnellen“ Grenzübergang (8:30 Uhr bis 18 Uhr) mit freundlichen Grenzbeamten - die „nur“ 1 ½ Stunden Mittagspause machen - sind wir in einem der isoliertesten Staaten der Welt angekommen. An der Grenze: keine LKW‘s, die rein oder raus wollen, überhaupt: kaum Autos. Mit unseren beiden turkmenischen Guides und weiteren zwei staatlichen „Begleitern“ - ein Auto vor uns, das andere hinter uns, das wird überall auf unserer Route so sein - erreichen wir unseren ersten Standort: Dashoguz. Unser deutschsprachiger Guide informiert uns erst mal über „Land und Leute“: „Alles gehört dem Staat“. Es gibt eine 12-jährige Schulpflicht, der Schulbesuch ist kostenlos, auch das Studium. Die Rente liegt zwischen 100 und 200$. Wir müssen damit rechnen, dass alle 500 m ein Verkehrspolizist steht. Und: wir müssen uns alle exakt an getroffene Absprachen und an die Route halten. In einem für uns bereitgestellten Stadtbus besuchen wir den lokalen Basar und werden sehr freundlich gegrüßt und bedient. Eine Verkäuferin schenkt Sepp und mir spontan einen Turkmenistan-Sticker und umarmt mich herzlich.
Die eine Seite ist das politische System, die andere die darin lebenden Menschen…
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The locals say we had a quick border crossing (8:30 - 18:00); with friendly custom officers - who have only 1 ½ hours lunch break! We arrived at one of the most isolated countries in the world. No trucks, no cars on the border; people are walking over the border with only hand luggage. We were welcomed by our Turkmen guides and at least 2 „men in black“, who are responsible for our well being. This time we can enjoy driving in a real convoy; one Turkic car upfront and one at the tail, just to make sure nobody gets lost!
Our first overnight stop is
Dashoguz
. Our German speaking guide Khan informed us about local rules and the country in general. Everything belongs to the state, school and university is free. Retirement payment lies between 100 - 200$. Every 500m we have to expect a policeman. And: we have to follow exactly all road instruction given by the guides.
Our first city excursion is by local town bus to the market to fill our fridge for the coming desert crossing. The people were all friendly and welcomed us very warm heartedly, one lady spontaneously gave us a spontaneously a Turkmenistan-Sticker und embraced us. A good example about the difference between political system and people… ________________________________________________________________________

Turkmenistan
Turkmenistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien am Kaspischen Meer, hat 6 Mill. Einwohner, grenzt an Kasachstan, Usbekistan, Afghanistan, den Iran und das Kaspische Meer. Über das politische System informiert ihr euch am besten bei Wikipedia. Laut Wikipedia ist das Land nach anfänglicher Öffnung für den internationalen Tourismus zu Beginn der 1990er Jahre heute Ausländern gegenüber eher abweisend. Wir sind gespannt ….
Nahezu 95 % der Landfläche werden von der Wüste
Karakum eingenommen, die sowohl aus Sand- als auch Geröllwüstengebieten besteht. Während Richtung Südosten nach Afghanistan noch einige Ausläufer des Gissargebirges aufragen, befindet sich der höchste Berg des Landes, der Aýrybaba (3.139 m), an der östlichen Grenze zu Usbekistan. Es herrscht überall kontinentales Klima mit extrem heißen und trockenen Sommern und kalten Wintern. In Turkmenistan sind Gas, Elektrizität, Wasser und Salz für die Bevölkerung kostenlos. Die lokale Währung: Manat 1€ = 3,4 Manat. Unser usbekischer „Reichtum“ hat ein jähes Ende. Ein Liter Diesel kostet umgerechnet 0,17 €. Als Touristen müssen wir an der Grenze einen Zusatz zahlen und kommen so auf ca. 0,60€ pro Liter.

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Turkmenistan is one of the Turkic states in Central Asia. Turkmenistan is bordered by Kazakhstan to the northwest, Uzbekistan to the northeast and east, Afghanistan to the southeast, Iran to the south and southwest, and the Caspian Sea to the west. Present-day Turkmenistan covers territory that has been at the crossroads of civilizations for centuries. In 1881annexed by the Russian Empire, in 1924 Turkmenistan became a constituent republic of the Soviet Union, Turkmen Soviet Socialist Republic; it became independent upon the dissolution of the Soviet Union
in 1991 Turkmenistan was ruled by President for LifeSaparmurat Niyazov (called "Türkmenbaşy", "Leader of the Turkmens") until his sudden death on 21 December 2006. Gurbanguly Berdimuhamedow was elected the new president on 11 February 2007. 95% of the country is covert by the Karakum desert, the climate is continental which means hot and dry summers and cold winters. Gas, electricity, water and salt are free of charge. The local currency is Manat 1$ = 2,6 Manat (TMT), one liter is 0,22 $, but we had to pay a diesel fee at the border, which means the total cost are 0,80 $/liter - still a bargain.
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